Es gibt keine gefährlichen Hunderassen,

es gibt gefährliche Hundeindividuen!

 

 

"Kampfhunde im wörtlichen Sinne"

Fangen wir doch mal von vorne an.. Tierkämpfe gibt es schon seit eh und je. Früher wurden einige Rassen gezüchtet und dazu eingesetzt, gegen andere Hunde oder Tiere zu kämpfen, dies war eine für heute unverständlich tolle Freizeitbeschäftigung in allen Schichten der Gesellschaft. Und auch damals wurde viel wert darauf gelegt, dass die Aggression gegen andere Tiere bzw. Hunde geht, aber niemals gegen den Menschen. Denn diese mussten während dem Kampf auch mal in die "Pit" = den Ring, um die Hunde zu trennen. Ging ein Hund gegen den Mensch, so wurde er getötet, meist erschossen. Es war also schon damals unerlässlich, dass diese Hunde menschenfreundlich waren, denn sie lebten mit in der Familie.

Diese Hunde heute:

Hundekämpfe sind in Deutschland und vielen anderen Ländern verboten, leider sind die kriminellen Machenschaften von illegalen Kämpfen nicht unter Kontrolle zu bekommen und führen bei uns Haltern und Liebhabern zu großer Wut und Trauer. Hundekämpfe sind Tierquälerei, die Hunde werden dazu missbraucht und in kriminellen Kreisen werden diese Hunde größtenteils geschändet und tierschutzwidrig gehalten. Wir distanzieren uns stark davon!

Wer das Abbild als Bestie dieser Rassen im normalen Umfeld einzig weiter schürt sind die Medien und die Politik, die sich diese Rassen als Sündenbock erkoren haben, die oberflächlich, inkompetent und falsch berichten. Sie steigern die Hysterie und Angst bei den Menschen weiter, in dem sie gähnende oder spielende Hunde auf Bildern verfälscht veröffentlichen und aus diesem Bild einen "reissenden Hund" machen.  Es ist nun mal so, dass sich die allermeisten Journalisten und auch Politiker nicht mit der Thematik Hund auskennen und publikumsgeil sind. Natürlich ist solch ein Biss nicht zu leugnen, dennoch beißt kein Hund ohne Grund wenn er gesund ist, oder er wurde zum Beißen gedrillt. Aber kritisch wird so ein Vorfall in den Medien nicht hinterfragt und alle glauben leichtfertig, was dort geschrieben steht. Dazu kommen diese unsinnigen "Kampfhunde"-Gesetze, die nur Hund-Halter-Leid fordern und Scheinsicherheiten bieten. Und jedes Bundesland kocht hier sein eigenes Süppchen...wer in dem einen Land gefährlich ist, kann beim Nachbarn schon wieder ein ganz normaler Hund sein. Es ist nun mal so, dass die meisten Politiker keine Ahnung von Hunden haben und ausgerechnet solche Leute entwerfen dann diese grundlegenden Gesetze, die sogar z.T. die Grundrechte der Halter einschränken. Die Politiker widersetzen sich Aussagen, Beweisen und Statistiken von fachkundigen Wissenschaftlern, Tierärzten, Tierschützern und Hundetrainern. Da muss man sich doch fragen, wie kann DAS sein?

 

Die traurigen Folgen dieser Gesetze:

Die meisten Listenhunde wie American Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier, Dogo Argentino, Mastiff usw. haben Maulkorbpflicht und Leinenzwang. Der Maulkorb vermindert eine artgerechte Kommunikation mit anderen Hunden, kein Wunder, dass es so auch zu Missverständnissen unter Hunden kommen kann.

Die auferlegte Leinenpflicht (oft maximal 2 Meter) lässt keinen artgerechten Auslauf oder artgerechte Auslastung der Hunde zu, die natürliche Bewegungsfreude dieser Hunde ist stark eingeschränkt, welche Folgen das haben kann, möchte ich gar nicht erst erwähnen, es ist einfach nur traurig. Die Möglichkeiten für spielerische Sozialkontakte und das Herumtoben mit anderen Hunden tendieren gegen Null, vor allem wenn man keinen großen Garten hat.

Es herrscht zudem eine steuerliche Behördenwillkur, so kann jede Stadt selbst festlegen, ob und in welcher Höhe sie eine "Kampfhunde-Steuer" einführen und auch welche Rassen und Mischlinge betroffen sind. Glücklicherweise gibt es immer noch Ortschaften die keine erhöhte Steuer für bestimmte Rassen veranschlagen, es werden allerdings immer weniger. Ein Umzug kann einen Besitzer eines Listenhundes dann schon mal schnell teuer zu stehen kommen mit 1000€ und mehr im Jahr. Gerade im Hinblick darauf, dass die Hundesteuer eigentlich eine heute nicht mehr tragbare Luxussteuer ist ein absolut erschreckender Schachzug der Gemeinden. Zudem hat jedes Bundesland, außer das fortschrittliche Niedersachsen, andere Rassen auf ihren Listen. Beispielsweise ist der Staffordshire Bullterrier in Baden Württemberg Kategorie 2 (kein Maulkorbzwang), wenn er jedoch über die Grenze nach Rheinland-Pfalz kommt, ist er plötzlich Kategorie 1 und hat Maulkorb- und Leinenpflicht. Schon alleine dieses Beispiel, zeigt doch, was dahinter steckt: Reine Willkür, nichts Fachmännisches! Ist der Staff Bull doch in Baden Württemberg weniger gefährlich als in der Pfalz, sehr komisch!

Der angebliche Schutz des Menschen vor gefährlichen Hunden:

Diese Gesetze bieten nur Scheinsicherheit.

Zwar hat der Hund außerhalb von befriedetem Besitztum Maulkorbpflicht, da die meisten Beißvorfälle aber im häuslichen Umfeld stattfinden, ändert dieser daran rein gar nichts.

Das in fast allen Bundesländern geltende Zuchtverbot führt nicht zur gewünschten Ausrottung dieser Rassen, viel schlimmer: es fördert den illegalen Auslandswelpenhandel, da es trotz Einfuhrverbot ein Leichtes ist, diese Hunde im Kofferraum über die offenen Grenzen zu schmuggeln und diese Hunde landen dann meist zusätzlich noch in den falschen Händen. Zudem ist in vielen Bundesländern die Anschaffung von privat illegal, so dass viele dieser Hunde beim Versuch der Anmeldung im Tierheim landen. Es fördert unseriöse "Zuchten" bzw. Vermehrung, was oft Qualen der Zuchthündinnen, schlechte Haltung und kranke Hunde mit sich bringt, zudem kann man nicht sagen, in wie weit bei solchen Händlern Wert auf die Genetik gelegt wird, die bei seriösen Züchtern darauf bedacht ist, verträgliche Hunde zu bekommen.

Für Hund-Mensch-Teams:

Oft ernten wir Halter dieser Rassen nicht nur blöde Blicke, es wird die Straßenseite gewechselt und auch teilweise böse und falsche Kommentare abgelassen. Doch meist nur von Leuten, die diese Hunde gar nicht kennen, die das Gequatsche aus den Medien und Politik glauben und die Vorurteile so übernehmen, ohne sich damit auseinanderzusetzen.

Wir mögen den Ausdruck "Kampfhund" nicht, denn der ist Geschichte. Für uns sind unsere Hunde Teil der Familie, in guten Händen nicht gefährlicher oder harmloser wie andere Hunderassen.

In Teilen der USA sind diese Hunderassen "Nanny dogs", Therapiehunde, Rettungshunde und Servicehunde, wieso wird das hierzulande so ausgeblendet? Na gut, das würde dem Bild der Medien ja völlig widersprechen, die schneiden sich ja ins eigene Fleisch, würden sie mal so eine positive Tatsache berichten.

Was ich mir erhoffe:

Das die Rasselisten abgeschafft wird, dafür eine Halterkunde eingeführt wird. Jeder Hund sollte individuell behandelt werden und diesen Rassen nicht grundsätzlich Gefährlichkeit aufgedrückt werden, denn dem ist nicht so! Ebenfalls erhoffe ich mir etwas mehr Toleranz von der Gesellschaft, die Menschen müssen die Augen endlich öffnen, um zu erkennen, wie diese Hunde in guten Händen sind.

Wissenschaftliche Grundlagen:

 

Im Interview mit Prof. Dr. Hackbarth - Kampfhunde gelten ja verglichen mit anderen Rassen als aggressiver?

Prof. Dr. Hackbarth: Das ist Unsinn. Wir haben ja in Niedersachsen früher das Kampfhundegesetz gehabt, da mussten alle Hunde dieser Rassen zum Wesenstest. Wir haben hier an der Hochschule über 1000 Hunde getestet und haben dann diese Ergebnisse verglichen mit Ergebnissen von Golden Retrievern. Die sind gleichmäßig bissig. Da ist kein Unterschied. Das ist auch der Grund, warum es in Niedersachsen keine Rasseliste gibt. Der Pitbull ist genauso gefährlich wie der Labrador, der Golden Retriever oder der Berner Sennenhund. Quelle: Weserkurier, 5.08.2008 ****************************************************************************************************************

 

Studie: Mehr als 90% der Tiere sind nich gefährlich – Das Problem sind die Halter:

Hannoversche Forscher entwarnen: Die große Mehrheit der Kampfhunde sei vom Wesen her friedlich, heißt es in einer aktuellen Studie der Tierärztlichen Hochschule. Die Wissenschaftler haben mehr als 1000 Wesenstests von insgesamt 415 Hunden aus den vergangenen fünf Jahren ausgewertet. Untersucht wurden die Rassen American Staffordshire-Terrier, Bullterrier, Pittbull-Terrier, Dobermann und Rottweiler. Ergebnis: 96- 98% verhielten sich nicht aggressiver als Golden Retriever, die zum Vergleich herangezogen wurden. „Der Bullterrier ist sogar einer der freundlichsten Hunde“, sagt Prof. Hansjoachim Hackbarth, Leiter des Instituts für Tierschutz und Verhalten. Aggressives Verhalten könne man nicht an der Rasse festmachen. „In der Regel beißen die Tiere auch nicht. Man kann aber jeden Hund dazu bringen.“ Vielmehr seien es die Halter, die ihren Hund scharf machten und damit ihre eigenen Probleme verbergen wollten.In Situationen, in denen sich ein Hund bedroht fühle, sei es völlig normal, dass er zurückdrohe. „Es gibt aber unterschiedliche Formen, wie Hunde mit solchen Situationen umgehen. Einige hauen ab, einige versuchen, den Gegner zum Spiel herauszufordern, und einige reagieren aggressiv.“ Im Wesenstest durchgefallen sind vor allem solche, die beißen, ohne vorher Drohsignale zu zeigen.

Quelle: HAZ 14.04.2005

 

Aus: Irene Sommerfeld-Stur- Gibt es gefährliche Hunderassen?

Auf der Basis der besprochenen Literatur ist festzustellen, dass Hunde zwar grundsätzlich ein Gefährdungspotential für Menschen und andere Tiere darstellen, dass die Gefahr, die von einem Hund ausgeht aber in keinem objektivierbaren Zusammenhang mit seiner Rassezugehörigkeit steht. Es ist verständlich, dass der Gesetzesgeber bestrebt sind, eine möglichst einfache und auch für Laien nachvollziehbare Möglichkeit zur Erfassung der Gefährlichkeit von Hunden vorzugeben. Die Nennung bestimmter, mehr oder weniger willkürlich bzw. auf der Basis von Medienvorurteilen ausgewählten Rassen, kann der eigentlichen Problemlösung aber nicht dienlich sein. Der Gesetzesgeber übersieht bei der definierten Rasseninkriminierung nämlich den wesentlichen Umstand, dass die Definition bestimmter Rassen als besonders gefährlich alle anderen Rassen exkriminiert, sie also de facto als ungefährlich ausweist. Dass die Definition bestimmter Rassen als "besonders gefährlich" nicht zielführend in Hinblick auf einen besseren Schutz der Bevölkerung ist, zeigt eine Studie aus Großbritannien (KLAASEN, 1996), in der die Verteilung der an Bissvorfällen beteiligten Hunderassen vergleichend vor Implementierung des "Kampfhundegesetzes" und 2 Jahre nach dessen Implementierung untersucht wird. Obwohl sich die Reihenfolge der am häufigsten beteiligten Hunderassen etwas verschob (vor dem "Kampfhundegsetz“ war der Deutsche Schäferhund der Spitzenreiter gefolgt vom Mischling, zwei Jahre danach lag der Mischling an der Spitze gefolgt vom Deutschen Schäferhund) änderte sich nichts wesentliches an der Rassenverteilung. Der Anteil von Hundebissen an Bissverletzungen insgesamt änderte sich von 73,9% vor Einführung des "Kampfhundegesetzes“ auf 73,1% danach. Die im Gesetz als "gefährlich" definierten Rassen waren vor seiner Implementierung für insgesamt 6,1% aller Beissvorfälle verantwortlich, danach verschuldeten sie insgesamt 11,25% aller Bissverletzungen. Die Autoren schließen daraus, dass das „Kampfhundegesetz“ wenig gebracht hat in Hinblick auf einen besseren Schutz der Bevölkerung vor Hundeangriffen. Eine wie auch immer geartete a priori Beurteilung eines Hundes als besonders gefährlich und daraus folgende Konsequenzen wie Haltungsauflagen (Leine, Maulkorb, Zwinger) oder Euthanasie ist nicht nur ein schwerer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Halters, sondern auch unter Gesichtspunkten des Tierschutzes besonders bedenklich und darf nicht leichtfertig - wie dies in der Vergangenheit schon geschehen ist - exekutiert werden. Zum Schutz des Halters genauso wie des Hundes wäre ein Verfahren vorzuschalten - wie dies ja auch in anderen Rechtsgebieten der Fall ist - in dem kompetente Gutachter zu Wort kommen. Eine derartige auflagenbegründende Begutachtung sollte allerdings nur durch einen erfahrenen Ethologen mit besonderer Ausbildung durchgeführt werden. . Quelle: http://sommerfeld-stur.at/gefahren/rassen

 

Hier noch interessante Links:

http://www.hamburg-magazin.de/service/beratung/artikel/detail/kampfhunde-sind-keine-rasse.html?artikel=17164

 

http://mythos-kampfhund.npage.de/mythos-beisskraft.html

 

http://www.hund-und-halter.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=122&Itemid=125

 

DANKE fürs lesen! Ich hoffe, ich konnte den einen oder andren davon überzeugen, dass Listenhund-Rassen nicht als „Monster“ geboren werden! Und lassen sie diesen Hunden die Chance, sie kennen zu lernen, um zu erfahren, wie sie wirklich sind – gute Erziehung, sachkundige Halter und ein liebevolles Zuhause machen sie zu ganz tollen, normalen Hunden.

Bei Fragen melden Sie sich: igstaffordshireundco@web.de